06.02.2012

Jugendliche warten auf Startschuss

 
Beliebter Treffpunkt: der Billardraum im Mühlacker Jugendhaus „ProZwo“.

Besucher des „ProZwo“ machen sich Gedanken über Anforderungen an neues Domizil

Von Ulrike Stahlfeld

Mühlacker. Die Tage des alten Mühlacker „ProZwo“ sind gezählt. Auch im Neubau soll die Tradition des Jugendhauses weitergeführt werden. Der Umzug stellt also nicht nur eine logistische Herausforderung dar. Auch die Jugendlichen müssen quasi mit umziehen und ihre künftige Bleibe annehmen. Wie das aussehen könnte, besprechen sie am Mittwoch mit den zuständigen Fachleuten.

„Die Jugendlichen wurden aufgefordert, sich Gedanken zu machen, was ihnen am Gebäude und im Außengelände wichtig ist“, so Jugendhaus-Leiterin Gudrun Sauter über die Gesprächsrunde am Mittwoch. Neben Jugendlichen werden Vertreter der Ulrich-von-Dürrmenz-Schule, der Mörike-Realschule, der Uhlandschule, des Theodor-Heuss-Gymnasium, des Vereins Sender City, der Skater, der mobilen Jugendarbeit und des Jugendtreffs Enzbergs teilnehmen. Auch der vom „Pro-Zwo“-Jugendrat und vom Vorstand erarbeitete Plan wird vorgestellt.

„Und dann muss es endlich losgehen“, sehnt sich nicht nur Gudrun Sauter eine Entscheidung herbei. Auch die Jugendlichen warten auf den Startschuss. Sauter: „Bei allem Verständnis für die Finanzlage, so sollte doch nicht an falscher Stelle gespart werden.“

Der Auszug soll, so die Sozialpädagogin, im April oder Mai erfolgen. Wohin? Momentan werde der frühere badische Bahnhof als Übergangslösung bis zum Bezug des geplanten Neubaus favorisiert. „Aber sicher ist alles noch nicht.“ Konkretes erhofft sich die Jugendhausleiterin von einem Gespräch am Dienstag mit der Stadtverwaltung. „Als Übergang kommen wir mit so ziemlich allem klar“, schraubt sie die Ansprüche an die Unterkunft bis zur Fertigstellung des Neubaus 2015 herunter. Das Wichtigste: „Es sollte den Bedürfnissen der Jugendlichen gerecht werden.“

Gudrun Sauter rechnet mit einer Übergangsphase von sechs Monaten, bis es am neuen Domizil rund läuft: „Zuerst geht es darum, die Jugendlichen zu motivieren, den Pinsel in die Hand zu nehmen.“

Nur gut, dass im „ProZwo“ energiegeladene Jugendliche in den Startlöchern stehen. „Momentan haben wir viele Jüngere zwischen 13 und 15 Jahren im offenen Bereich“, berichtet die Leiterin zufrieden über 30 bis 40 neue regelmäßige Besucher. Die Verjüngung spiegle sich auch in den Jugendratswahlen wider, die zurzeit stattfinden. Nach der ersten von drei Wahlwochen haben bereits 120 Jugendliche ihre Stimmen abgegeben. „Das Maximum an Stimmzetteln lag bislang bei 169“, kann sich Gudrun Sauter gut vorstellen, dass der Rekord geknackt wird.

„Es wird eine Herausforderung, die Jugendliche an das neue Haus zu binden“, so die Leiterin weiter. Für einen Heranwachsenden seien manchmal 100 Meter hin oder her entscheidend. Sie könne sich gut vorstellen, dass sich an einem neuen Standort das Publikum ändert.

Grundsätzlich aber sieht Sauter diese Seite des Umzuges gelassen. „Wir sind wieder in“, freut sie sich über den aktuellen guten Zuspruch und verweist zudem auf die letzten 21 Jahre seit Bestehen des „ProZwo“: „Der Bedarf ist einfach da.“


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